Fanfarenklänge bilden den Auftakt

Im Bürgerhaus wird gefeiert

(hl) – Im Tagesraum der Betriebsküche auf dem Gelände der Bundesbahn in Bischofsheim saßen 14 gestandene Eisenbahner und lauschten aufmerksam den Worten des Sprechers der Arbeitsgemeinschaft Sport. Es ging um eine große Sache – um die Gründung eines Sportvereins für Eisenbahner. Dieser Tag war der 10. Juni 1958.

50 Jahre später – man schreibt den 13.6.2008 – sitzen im dekorierten Bürgerhaus in Bischofsheim die Mitglieder, Freunde und Gönner aus Politik und Wirtschaft. Und mitten unter ihnen Otto Baitz und Manfred Hoffmann – zwei Gründungsmitglieder – und lauschen den Klängen der Fanfare. Virtuos gehandhabt von Armin Walter.

Schirmherr der Veranstaltung ist Bürgermeister Reinhard Bersch. In seiner Ansprache dreht er jetzt die Zeit zurück. Handballer ist er beim ESV gewesen. Mit Begeisterung spricht er über die Festschrift des ESV. „Ein Novum“, so der Bürgermeister, „dass Bischofsheim mit seiner Entstehungsgeschichte mit einem eigenen Kapitel dargestellt wird“. Am Ende der Veranstaltung gehört er als neues Ehrenmitglied zur großen Familie des ESV. 

Weiter geht der Reigen an Begrüßungen. Es werden die enormen Leistungen des ESV gebührend gewürdigt. Standen vor 50 Jahren zwei ausrangierte D-Zugwagen als Notbehelf zur Verfügung, ist heute ein Vereinsheim an diese Stelle getreten. Außerdem gehört das Geburtstagskind mit 4,5 Hektar Gelände zu den Großgrundbesitzern. Auch die zukunftsweisende Öffnung des Vereins für Freizeitabteilungen trägt bereits Früchte. Mit den Abteilungen Automodellsport Offroad und den Modellbahnern ist der Anfang gemacht.

Eingebettet in die Grußworte sieht man viele Showteile. Mit Operettenklängen und Musicals bringt die Sopranistin Tanja Hamleh und der musikalische Begleiter Klaus Roth die Gäste zum Toben. Gekonnt und souverän tanzt die Rollstuhl-Tanzgruppe der WFB aus Mainz-Hechtsheim nach eigener Musik. Und die Freude, an diesem Abend als Gast beim ESV ihre Künste zu zeigen, kann man an ihren Augen ablesen. 

Ein Eigengewächs ist die Abba-Tanzgruppe der Abt. Gymnastik. Hier gibt das weibliche Geschlecht den Ton an. Und die wenigen Männer tanzen dann nach ihren „Pfeifen“ – und sie tun es gerne. Gespickt mit akrobatischen Einlagen ist eine Zugabe unausweichlich.

Mit dem Auftritt auf einem Minifahrrad reizen die zwei Jongleure bereits die Lachmuskeln der Anwesenden. Übrigens, ebenfalls ein Eigengewächs aus der Abt. Angeln & Casting. Ballakrobatik und Jo-Jo-Spielchen, Keulen fliegen über die Köpfe der Zuschauer. Was die beiden noch alles aus ihrem Koffer herauskramen und zeigen – man fühlt sich zurückversetzt in einen Zirkus. Der Abschluss ebenfalls ein Spektakulum, mit brennenden Fackeln treiben sie ihr heißes Spielchen. Man vergißt dabei das Atmen. 

50 Jahre Mitgliedschaft und noch Gründungsmitglieder sind Manfred Hoffmann und der langjährige 1. Vorsitzende Otto Baitz. Ferdinand Hergenhahn und Werner Neufeld sind 50 Jahre Mitglied. Dies entsprechend zu würdigen ist die Aufgabe vom Ehrenmitglied Otto Steinert und dem 2. Vorsitzenden Hermann Schlömer. Nach Überreichung eines Präsentes, der Ehrennadel mit Brilliant nebst Urkunden gibt es mit dem Schirmherr Bürgermeister Reinhard Bersch fünf weitere Ehrenmitglieder.

50 Jahre in Wort und Bild. Vorgetragen vom 1. Vorsitzenden Otto Baitz, flimmert über zwei Leinwänden als Diaschau. Aus der Brache am Schindberg wächst langsam neues Leben – sportlich getragen. Und an der regen Bautätigkeit ist der Wille der Mitglieder abzulesen, dass man hier eine Heimstätte schaffen will. Mit viel Schweiß und wenig Geld. Im zweiten Teil werden auch die Zukunftsaktivitäten dargestellt. So bleibt der ESV weiterhin ein tragendes Element in Bischofsheim. Zum Schluss steht ein Büfett zur Verfügung zum Essen und Trinken – aber auch zum Reden.

Der Tag danach – 14.6. – stellt die Abteilungen in den Mittelpunkt der Jubiläumsfeier. Am Abend beginnt dann der Ehrenabend im Festzelt. Für 15 Jahre bis 45 Jahre Mitgliedschaft werden Anstecknadeln, Urkunden und Gutscheine an die Jubilare verteilt. Mittlerweile bereiten sich die „Summer Wines“ auf ihren Auftritt vor. Rock vom Feinsten – später kommen noch die „Daddy Longleggs“. Im Festzelt geht jetzt die Post ab. Alles rockt und rockt bis in die frühen Morgenstunden. Und draußen auf dem Gelände laufen einsam und verlassen immer noch die Leichtathleten, laufen ununterbrochen Runde um Runde.

Als am nächsten Morgen – 15.6. – die Sonne hinter dem Wolkenvorhang hervorkommt, um ihre warmen Strahlen auf den Schindberg zu werfen, geht es weiter mit dem Frühschoppen. Musikalisch umrahmt von den „Schlawinern“ kommen die Spätheimkehrer zum Ausklang der Feierlichkeiten. Ebenfalls wieder dabei die Abteilungen mit weiteren Aktivitäten, die bis in die späten Abendstunden andauerten. 

Das Jubiläumsfest über drei Tage ist zu Ende. Doch wir kommen wieder. Denn eine Reihe von Veranstaltungen werden im Laufe des Jahres unter dem Motto „50 Jahre ESV“ stattfinden.